Zur SWR-Sendung "Sag die Wahrheit" vom 08.09.2014

Liebe Zuschauerin, lieber Zuschauer,

es freut mich, dass Sie auf die Webseite www.Wetterpilze.de gestoßen sind. Wahrscheinlich haben Sie die "Sag die Wahrheit" Folge vom 08.09.2014, die in den SWR Studios in Baden Baden einige Wochen vorher aufgenommen worden ist, gesehen und finden die Geschichte der "Suche nach Wetterpilzen" irgendwie spannend oder kurios und möchten wissen, was es damit auf sich hat.

Deshalb möchte ich kurz ein paar Sätze über diese Sammlung sagen und hoffe, dass sie auch Ihren Geschmack treffen wird.
Ein schöner Wetterpilz ist immer auch ein wahres Kunstwerk. Und seine historischen Quellen gehen bis ins 18. Jahrhundert zurück.

In der heutigen Zeit, die stilistisch von einer gewissen Einfältigkeit geprägt ist und eher einfache Formen und billige Bauweisen bevorzugt, fragt man sich, warum sich auch im 21. Jahrhundert wieder Menschen die Mühe machen und statt eines billigen Unterstands einen solch zauberhauften aber dafür kostspieligen und statisch komplizierten -da einstämmigen- Wetterpilz zu bauen.

Und warum hat sich bislang noch niemand für die Renaissance dieser Kunstwerke stark gemacht wo doch der Wunsch der Menschen nach Schönheit so groß ist?

Auch mich hatten diese Fragen vor ein paar Jahren nicht mehr los gelassen. Und daraus ist nun eine stolze und immer weiter wachsende Sammlung von weltweit mittlerweile fast 500 Wetterpilzen geworden, an denen sich über 100 Sammler(innen), Künstler(innen) und andere nette Menschen beteiligen.

Doch es geht nicht nur ums Sammeln, sondern auch um Kunst, Geschichte, Kult und den Austausch mit Menschen aller Länder und Kulturen.

Stöbern Sie einfach mal auf diesen Seiten herum und finden Sie interessante Wetterpilze –vielleicht auch in Ihrer Heimat.

Und falls Sie selber einen Pilz kennen, der hier noch nicht enthalten ist, dann nichts wie her damit. Aber auch wenn Sie einfach nur andere Fotos bestehender Wetterpilze haben oder irgendwelche Ideen oder Vorschläge haben oder mir oder anderen Sammlern nur so etwas mitteilen möchten, dann schreiben Sie einfach eine Email an Klaus.Herda@wetterpilze.de.

Mein erster Berührungspunkt mit einem Wetterpilz war in einem Park in Köln im Winter. Und zwar als ich (regelmäßig seit 2004) zu Silvester an einem Volkslauf teilnahm, der immer an einem solchen Wetterpilz in der Mehrheimer Heide in Köln vorbei führte.
Anfangs schenkte ich ihm keine große Aufmerksamkeit, doch irgendwann, es muss so Mitte 2010 gewesen sein, fiel mir ein, dass es in Köln noch weitere solcher Bauten geben musste.
Ich beschloss -halb aus Spaß, halb ernst-, die läuferischen Aktivitäten auf die mir noch unbekannten Kölner Grünanlagen auszudehnen, um dort weitere Pilze zu entdecken - praktisch als eine Art Ziel, um sich für sportliche Aktivitäten im Grünen zu motivieren.
Der erste Schritt war, auf Google Maps in den Kölner Grünanlagen nach diesen Wetterpilzen zu suchen. Doch ich war erstaunt, dass nicht ein einziger dort zu finden war. Man denkt ja, dass man im Internet mittlerweile alles finden könnte - doch die Kölner Wetterpilze waren damals noch vor dem digitalen Netz verschont geblieben. Und selbst die Stadtverwaltung hatte kein Register ihrer eigenen kunstvollen Bauten. Das war der initiale Startschuss der Suche nach Wetterpilzen.
In den nächsten Monaten wurden immer wieder neue Parkanlagen von mir "erlaufen" und ich fand dabei über 20 Wetterpilze, fotografiert sie und lud sie auf Panoramio / GoogleMaps hoch, damit jeder diese architektonischen Kleinode bewundern konnte.
Damals dachte ich noch, diese Art der Unterstände gäbe es nur in Köln und beschloss Ende 2011, ein Projekt ins Leben zu rufen, um den Kölner Wetterpilzen ein digitales Denkmal zu setzen.
Es dauerte noch bis zum 01.04.2012, bis die erste Version der Seite www.Wetterpilze.de online gestellt wurde.
Darauf aufmerksam geworden, wurde ein Artikel in der Kölnischen Rundschau geschreieben, über den dann noch weitere Wetterpilze in Köln gefunden werden konnten. Und auch neue Sammler sind dadurch für das Projekt gewonnen worden.
Der allgemein gehaltene Name der Seite verrät aber schon, dass im Hintergrund wohl schon die Hoffnung bestand, solche Wetterpilze auch außerhalb Kölns zu finden.
Und so ergab es sich dann auch, dass ich in der ersten Version der Webseite bereits einige wenige Exemplare aus anderen Gebieten mit aufgenommen hatte. Doch die Spuren im Netz waren sehr dünn und so begann ich, systematisch über die OpenStreetMap und andere Quellen von geologischen Datensammlungen potentielle Wetterpilz-Kandidaten aufzustöbern.
In Dortmund z. B. half sogar die Stadt dabei, Standorte zu finden, so dass nach einer Wetterpilz-Expedition ins Ruhrgebiet auch die Pilze Dortmunds Einzug in die Sammlung hielten.
Wieder zurück in Köln meldete sich dann auf einmal eine Autorin der ZEIT, die von einem kleinen Artikel in einer online-Zeitung in Köln auf die Sammlung aufmerksam geworden ist und interessiert war, hierüber einen Artikel zu schreiben.
Nach einigem hin und her kamen wir dann auf die Idee, als Anlass für ein Interview zu diesem Artikel eine Wetterpilz-Expedition in einer ganz anderen Stadt zu starten und wählten dazu München.
Zur Vorbereitung hatte ich mich mit der Münchener Ortsgruppe der OpenStreetMap kurz geschlossen und ein paar Tage Zeit investiert, die Hauptstadt des Freistaates unter dem Aspekt des Wetterpilzes unter die Lupe zu nehmen. Es kamen auch hier viele sehr schöne Wetterpilze zu Tage und das Interview Mitte 2012 war sehr lustig und hat viel Spaß gemacht.
Die Veröffentlichung des Artikels erfolgte ein Jahr später. In der Zwischenzeit wuchsen und gediehen die Pilzfunde mit Hilfe einiger Interessierter, die ich mittlerweile mit viel Mühe und Geduld für diese bizarren Objekte begeistern konnte und einer weiteren großen Wetterpilz-Expedition in Berlin.
Als dann der Artikel Juli 2013 veröffentlicht wurde, hat sich die Zahl der Meldungen und Wetterpilz-Fans schlagartig erhöht und aus der Sammlung wurde dann ein richtiges Projekt.
Gegen Ende 2013 kam dann auf einmal jemand von der Produktionsfirma der Sendung "Sag die Wahrheit" auf mich zu.
Dort hatte man den Artikel in der ZEIT gelesen und -da man ja immer auf der Suche nach interessanten neuen Ideen und Kandidaten ist- hatte man erlannt, das diese Sammelleidenschaft genau das richtige für dieses großartige Sendeformat ist. Und so begab es sich dann, dass ich (nach einigen Vorbereitungen) dann Mitte 2014 nach Baden-Baden zum Dreh der "Sag die Wahrheit"-Folge eingeladen wurde. Ein ganz wunderbares Erlebnis in einer schönen Stadt.
Nun -ein paar Monate später im September 2014- ist die Folge gesendet worden und hat Sie neugierig gemacht zu erfahren, was es mit den Wetterpilzen auf sich hat.
Das freut mich sehr und ich hoffe, die Pilze gefallen Ihnen. Seien Sie also eingeladen, sich selber auf den Weg zu machen, diese Kleinode zu finden oder bestehende Wetterpilze zu besuchen und selber etwas dazu zu sagen, eigene Fotos zu machen oder Videos zu drehen und hier zu veröffentlichen. Oder wenn Sie Wetterpilze malen oder Musik machen oder sonst eine verrückte Idee haben, die zu Ihnen passt, wäre www.Wetterpilze.de der beste Platz dafür. Aber auch die Pflege oder das Designen neuer Pilze oder die Planung von Wander- oder Radwegen rund um den Pilz ist hier gut aufgehoben.
Ja, es ist alles sehr viel Arbeit für mehr Schönheit unserer Kultur- und Naturlandschaft, die aber auch Spaß macht. Ich hoffe, ich konnte Sie als neuen "Freund des Wetterpilzes" gewinnen.
Kontakt (Email) | Kontakt (Formular) | Newsletter | Pilz-Suche

Baden Baden:


Logo

Logo

Logo

Logo

Logo

Logo

Die Kandidaten:


Logo