Erlebnisbericht zum Beitrag in der WDR Lokalzeit 2020
Am 1. Oktober 2020 erschien im Kölner Stadtanzeiger ein Artikel zur Wetterpilz-Sammlung. Für Köln und Umgebung ist der "Stadtanzeiger" neben der "Rundschau" die Tageszeitung mit der größten Verbreitung und so wurde durch diesen Artikel dann auch jemand auf das Wetterpilz-Projekt aufmerksam, der für den WDR als bekanntesten lokalen Fernsehsender tätig ist. Er kam Anfang Oktober auf mich zu mit der Idee, das Thema für den WDR vorzuschlagen. Es vergingen ein paar Wochen und dann wurde aus der Idee ein konkreter Plan. Als Beitrag in der sog. "Lokalzeit" sollte das Projekt vor Ort an einem Wetterpilz vorgestellt werden - zur Auflockerung mit Vortragen eines Gedichtes durch meine Frau. Wir hatten uns Anfang November abgestimmt, Donnerstag den 5. November als Drehtermin auszuwählen. Der Redakteur, der ja selbst nicht beim WDR direkt angestellt ist, hatte entsprechend die "Ressourcen" -also Mitarbeiter für Ton und Kamera sowie eine Drohne- vom WDR in Aussicht gestellt bekommen. Angedacht war ja, neben der Vorstellung des Projekts einen Gedichtsvortrag meiner Frau unter einem Pilz zu zeigen. Doch leider wurde sie krank und konnte daher nicht an dem angedachten Termin teilnehmen. Der Termin sollte dann aber nicht mehr verschoben werden, weil man ansonsten zum einen die "Ressourcen" neu hätte planen müssen und zum anderen war für den Donnerstag auch blendendes Wetter vorher gesagt gewesen… So hatten wir uns darauf geeinigt, am Termin festzuhalten und den Beitrag etwas umzugestalten. Mein Alternativ-Vorschlag zum Gedichtsvortrag, mich als "Läufer" zu inszenieren, der ja auch beim "Laufen" im Rahmen des Silvesterlaufs 2011 in Merheim auf die Idee gekommen war, den Wetterpilzen auf die Spur zu kommen, wurde gerne aufgenommen. Bei schönem Wetter würde so was ja auch Spaß machen und Drohnenaufnahmen bei stahlblauem Himmel mit Blick über die Innenstadt wären bestimmt auch ein Highlight. Doch je näher der Termin rückte umso dramatischer änderten sich die Prognosen. Exakt am Vormittag dieses 5. Novembers legte sich während der Dreharbeiten von 10:00 bis 14:00 Uhr eine undurchdringliche Nebelwand mitten über Köln mit Epizentrum Herkulesberg, dem ersten Drehort. Entsprechend war die Stimmung eher "mystisch-herbstlich" als freundlich und auch die gefühlte Temperatur lag unter dem Gefrierpunkt. Nicht gerade ideal für Laufszenen mit kurzer Hose und Drohnenaufnahmen. Ich traf den Redakteur am Pilz. Kamera- und Tonmensch kamen mit ihrem Equipment per PKW aus dem Bergischen und mussten erst mal auf den "Berg" gelotst werden, denn auf einem Trümmerberg kann man leider kein Navigationsgerät nutzen. Oben angekommen wurde nach kurzer Begrüßung dann ein Schlachtplan geschmiedet. Interessant fand ich, dass die beiden WDR-Techniker erst am gleichen Tag erfahren hatten, um was es bei dem Dreh eigentlich geht. Aber das ist generell so und es sind Profis und mit allen Wassern gewaschen. Wir haben dann am Herkulesberg einige Laufszenen aus unterschiedlichen Perspektiven und Kameras gedreht und nach schnellen Umkleiden wurde aufgenommen, wie ich hier beispielhaft einen Pilz vermesse, filme und fotografiere. Abschließend wurden einige Statements von mir in Interviewform aufgezeichnet. Nachdem hier alles im Kasten war ging es in den Kölner Norden nach Chorweiler. Corona-bedingt fuhr das WDR-Team separat vom Redakteur und mir getrennt hinaus zu einem Standort im Ladebereich eines Lebensmittelgeschäftes. Das WDR Fahrzeug hat Sondergenehmigungen und entsprechend die Möglichkeit, etwas freier zu parken. Der Redakteur und ich fanden einen regulären Platz und wir gingen dann zusammen auf eine Fußgängerüberführung, dem "Grazer Steig", auf dessen Mitte einer der weltweit vielleicht unfassbarsten Pilze steht. Ein gigantischer Mega-Betonpilz inmitten eines in den 50er Jahren "aus dem Boden gestampften" Stadtteils, der städteplanerisch wohl nicht als "in allen Facetten so optimal durchdacht" beschrieben werden kann. Durch den langsam aufklarenden Himmel erkannten wir vom Pilz aus die riesigen Hochhaus-Ensembles, die den Stadtbezirk architektonisch prägen. Eine weitere Interview-Szene sowie filmische Impressionen dieser zum Herkulesberg konträren Umgebung bildeten die Halbzeit dieses Drehtags. Danach sollte als weiterer Gegensatz eine etwas idyllischer wirkende Umgebung besucht werden, die endlich die wahre Schönheit auch von so "roh" oder "kahl" anmutenden Betonbauten eindrucksvoll demonstrieren sollte. Der nah gelegene "Fühlinger See" - eine Regattastrecke im Kölner Norden ist genau ein solcher Standort, der mit gleich 6 Wetterpilzen reichlich Auswahl für traumhafte Szenen bietet. Allerdings sind die Wege hier auch etwas weiter als in Chorweiler oder dem Herkulesberg. So machte sich der Trupp von Parkplatz 4 aus auf zu zwei sehr gepflegten Pilzen in malerischer Umgebung, an denen dann die Drohne diesmal in sonnenverwöhnter Stimmung Glanz und Ästhetik der Wetterpilze bestens einfangen konnte und die Dreharbeiten mit einigen weiteren Interviews und Impressionen abgeschlossen wurden. Pünktlich um 14:00 Uhr ging es dann wieder zurück in die Stadt. Das Team hatte danach noch einen weiteren Dreh und ich fuhr ab Haltestelle Christophstraße dann wieder nach Hause um mich aufzuwärmen. Um den Beitrag noch wirkungsvoller und interessanter zu gestalten bereitete ich am Abend noch einige eigene Filme auf, die ich von Pilzen außerhalb Kölns aufgenommen hatte. Von den ganzen Kölner Pilzen, die hier nicht Bestandteil des Drehs waren hatte ich bereits am Wochenende davor eine Zusammenstellung eigener Videos der Redaktion zukommen lassen. Am 18. November kurz vor 20:00 Uhr wurde der Beitrag dann in der Lokalzeit Köln und Bonn ausgestrahlt.
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Drehtag Do., 05.11.2020:

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Ausstrahlung Mi., 18.11.2020:

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