Wetterpilz an der alten Schule
eine Pilzwanderung von der Gaststätte zur Schule
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Standort:24232 Dobersdorf OT Lilienthal
Schleswig-Holstein
Koordinaten:54.294316, 10.300331
OSM-Knoten:noch nicht in OSM erfasst
Baujahr:wahrscheinlich 1960er Jahre
Mitteilungen:Kontaktformular, E-Mail
Kommentare:hier abgeben/ansehen
Fotos:7
Quellen:Andreas Grunicke (Dorf Aktiv)
Fotos 6 und 7: Winter 1978/1979
Tipp:www.Dobersdorf.de
dorf-aktiv
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Wetterpilz Bericht

Dieser wunderbare kleine Reetdachpilz hat seine eigene bewegte Geschichte, die uns Herr Grunicke von "Dorf Aktiv" - einer Initiative der Gemeinde Dobersdorf, die eine ganze Reihe wunderbarer kleinerer Ortschaften wie z. B. Lilienthal vereinigt, verraten hat. Demnach stand der Pilz in Lilienthal ursprünglich bei der Gaststätte "Zur Linde". Davon zeugen das fünfte und sechste Foto, die entstanden im Winter 1978/79. Auf dem 5. Foto ist der Pilz darauf unten links zu sehen. Danach ist er an seinen heutigen Ort an der Alten Schule umgestellt worden. 1994 war er dort von "übermütigen" Jugendlichen aus dem Dorf "umgelegt" worden. Die Übeltäter wurden aber geschnappt und mussten (bzw. die Eltern) für die Reparatur sorgen. Aufgrund dieser Aktivität trägt er seitdem am Fuß eine Eisenmanschette.

Rund um den Pilz

Von diesem Reet-gedeckten Wetterpilz gab es bei der Tökendorfer Feuerwehr ein zweites Exemplar, das aber leider 2018 nach einer feucht fröhlichen Silvesternacht beschädigt und dann entsorgt werden musste. Das wäre ein weiteres kleines Juwel gewesen in Dobersdorf. Diese beiden Wetterpilze wurden in Niedersachsen im Auftrag des damaligen Bürgermeisters Karl Jaques (dem im Ort eine Halle gewidmet ist) angefertigt. Nach Fertigstellung bat er 2 Lilienthaler Bürger (Heinz Wiggert und Uwe Burmeter), die Wetterpilze in Niedersachsen abzuholen. Hierzu borgten sie sich einen Mercedes Kastenwagen und fuhren los. Allerdings mußten sie bei Abholung feststellen, dass das Fahrzeug selbst für einen Reetpilz zu klein war und kehrten unverrichteter Dinge zurück. Der Transport wurden dann wohl mit einer Spedition durchgeführt. Es ist immer wieder beeindruckend, einen Reetdach-Pilz in voller Pracht zu sehen. Und ja - seine Pflege ist aufwändig und das Risiko, dass er durch Brandstiftung, Blitzeinschlag oder einfach durch Verwitterung der Menschheit verloren geht, besteht. Aber dafür ist diese Initiative auch gedacht, um auch die Schönheit vergangener Architekturen eine Bühne zu geben. Apropos "vergangene Reetdachpilze". Einige ähnlich gedeckte Pilze gab es in den 60er Jahren dort auch. Nach deren Abbrennen wurden sie durch reine Betonpilze ersetzt und stehen auch heute noch in alter -wenngleich auch mit Reet-gedeckten Pilzen nicht vergleichbarer- Ästhetik an ihren Standorten.